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Sonntag, 15. November 2009

Es lebe der Kündigungsschutz?

Don Boudreaux vom Cafe Hayek schreibt über Arbeitslosigkeit in Deutschland und den USA. Zur Zeit beträgt die Arbeitslosenquote in Deutschland 7,7 % (nach OECD-Abgrenzung) während sie in den USA auf 10,2 % gesprungen ist. Die Daten scheinen zu sagen, dass ein restriktiver Kündigungsschutz Arbeitslosigkeit verhindert. Schaut man sich allerdings die letzten 10 Jahre an sieht das schon ganz anders aus. Die folgende Übersicht ist aus dem Beitrag von Boudreaux:

Year      Germany          U.S.
1998        9.0%           4.5%
1999        8.3%           4.2%
2000        7.5%           4.0%
2001        7.6%           4.7%
2002        8.4%           5.8%
2003        9.3%           6.0%
2004        9.8%           5.5%
2005       10.6%           5.1%
2006        9.8%           4.6%
2007        8.4%           4.6%

Im Mittel der Jahre 98-07 betrug die Arbeitslosenquote in den USA 4,9% und in Deutschland 8,9%, ein signifikanter Unterschied. Und allem Anschein nach kommt ja das dicke Ende in Deutschland erst noch, während sich das Tempo des Anstiegs der Arbeitslosigkeit in den USA schon wieder verlangsamt wie diese Darstellung von Greg Mankiw zeigt:


Im Oktober ist die Quote sogar leicht gegenüber dem Vormonat gesunken (was aber sicher noch keine Trendwende ist). Interessant auch die beiden blauen Kurven. Die hellblaue Kurve verdeutlich wie sich die Quote nach Prognose von Obamas Team ohne Konjunkturpaket hätte entwickeln sollen, die dunkelblaue Kurve zeigt wie sich die Quote nach Prognose von Obamas Team mit Konjunkturpaket hätte entwickeln sollen. Die brauen Punkte sind die tatsächliche Quote. Soviel zum Effekt von Konjunkturpaketen...

Mittwoch, 11. November 2009

Der neue Garten Eden: DESERTEC

Jetzt möcht ich doch mal was zu meinem neuen Lieblingsprojekt DESERTEC schreiben wo ich grad ein Analyse der wissenschaftlichen Dienste des Bundestag dazu gelesen hab.

In der wissenschaftlichen (und damit natürlich unbedingt vollkommen unabhängigen) Analyse heißt es:

Ziel des DESERTEC-Konzepts ist die Gewinnung von Strom aus Solar- und Windenergie in der afrikanischen Wüste (bzw. an der Küste), der zunächst den lokalen Strombedarf und langfristig einen Teil des europäischen Strombedarfs decken soll. Bis 2050 wird von rund fünfzehn Prozent ausgegangen. Die hierfür benötigten Solarkraftwerke haben einen Flächenbedarf von ca. 2500 km2. Das geschätzte Investitionsvolumen bis 2050 beträgt 400 Milliarden Euro. Davon sollen Kraftwerke mit einer Leistung von rund 100 Gigawatt gebaut werden. Das entspricht der Leistung von etwa 100 Kernkraftwerken. Entwickelt und untersucht wurde das Konzept in Zusammenarbeit der Trans-Mediterranean Renewable Energy Corporation (TREC) mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Bei den beteiligten Unternehmen handelt es sich zum Teil um europäische Energieversorger, die bislang vor allem auf fossile und nukleare Energieträger setzen. Ihre Hinwendung zu erneuerbaren Energien in diesem Umfang ist bisher die wohl größte Ökostrom-Initiative.
Schwindlig wird uns bei solchen Summen ja schon lang nicht mehr und schließlich geht es ja um Ökostrom, da ist uns sowieso nix zu teuer. Da es ganz sicher nicht die Energieversorger sein werden, die eventuell entstehende Mehrkosten (wobei die Wahrscheinlichkeit für Mehrkosten bei so einem Megaprojekt sicher extrem gering ist) zahlen, werden wohl die europäischen Steuerzahler dafür aufkommen.

Überhaupt verfolgt das Projekt einen guten Zweck, die Subventionen werden also sowieso schon üppig fließen. Wüsste nicht welches Unternehmen sich sonst auf das Risiko einlassen sollte Milliarden von Euro in der marrokanischen, algerischen, lybischen und ägyptischen Wüste zu versenken (von den technischen Risiken will ich hier gar nicht anfangen). Dem entgegnet die Verfasser der Analyse lapidar
Kritiker des Konzepts bemängeln die politisch instabile Situation in der MENA-Region, die Konkurrenz zum Ausbau lokaler erneuerbarer Energien in Europa und die Abhängigkeit Europas von Energieimporten, die so auch in der Zukunft bestehen bleibt. Desweiteren wird die Förderung zentraler Strukturen kritisiert, die die Abhängigkeit von großen Energieversorgern ausweiten, statt dezentrale autonome Versorgung auszubauen.
ohne denn auch weiter auf die Kritik einzugehen. Technische Probleme erwarten die Verfasser auch nicht in größerem Umfang.
Die Kühlung ist besonders gut mit Wasser zu realisieren, an dem es aber in Wüstenregionen meistens mangelt.
Eine überraschende Erkenntnis. Gelöst werden soll das Problem einfach durch den Bau der Anlagen am Meer (wie lang ist eigentlich der unbebaute Teil der nordafrikanische Küste?, versuche mir gerade einen vll. 1000 m breiten Streifen Solaranlagen von Casablanca bis Port Said vorzustellen, mit der ganzen zugehörigen Infrastruktur). Das hat gleich auch noch einen angenehmen Nebeneffekt. Das Meerwasser kann gleich noch durch Sonnenenergie in Trinkwasser umgewandelt werden - Fantastisch.

Da nun, folgt man der Analyse, die erwarteten Probleme klein und die sich auftuenden Chancen riesig sind, kann auch gleich ohne weiteres Nachdenken mit der Erichtungen dieses Denkmals für den Ökofundamentalismus begonnen werden.
In Nordafrika soll ab 2015 mit dem Bau begonnen werden. Bis dahin soll die Finanzierung geklärt und die technische Machbarkeitunter den lokalen Gegebenheiten und in der geplanten Größenordnung getestet werden.
Falls in der Kürze der Zeit noch nicht alle Details geklärt werden konnten wird man trotzdem getrost mit dem Bau beginnen können, die europäische Solidargemeinschaft steht schließlich voll hinter DESERTEC.

Dienstag, 3. November 2009

Die Zentralbanken und die Wirtschaftskrise

Frank Schäffler, MdB, hat beim ersten Landestreffen der Libertären Plattform Bayern über die Schuld der Zentralbanken und des Fiat Money an der Wirtschaftskrise gesprochen und ein alternatives System skizziert. Das A-Team hats aufgenommen.


Frank Schäffler zu Freiem Geld from Daniel Fallenstein on Vimeo.

Samstag, 17. Oktober 2009

Religon ist ph-neutral

sagt Henryk M. Broder im freiraum-Interview (leider nicht online verfügbar). Neben der sehr guten Antwort auf die Frage ob Gott die Welt erschaffen hat

Ich weiß es nicht. Inzwischen bin ich 63 Jahre alt und halte vieles für möglich. Eine andere Frage ist: Kann Claudia Roth Gottes Schöpfung sein? Ich glaube nicht.

seine Ansicht zur Ökobewegung als Ersatzreligion
Wenn Sie genau hinsehen, haben Sie alles, was sie in den Religionsgemeinschaften finden: die gläubigen Massen, die Mönche, sie haben die Häretiker, die wie ich nachts ihre Zeitungen in einer Biotonne entsorgen, sie haben Gurus wie Al Gore, sie haben Angstprediger wie Johan Galtung oder Jean Ziegler und dann haben sie Leute, die Ablass zahlen...

...Emissionshandel?

Genau, Luther würde sagen: Ich fühl mich wie Zuhause!

Dienstag, 13. Oktober 2009

Google Building Maker: Die 3D-Revolution?

Cool, Google hat den Building Maker veröffentlicht, quasi Sketchup für den Browser, mit noch besserer Usability. Über einen kleinen Trick kann man alle 3D-Gebäude aus Google Earth nun auch im Browser öffnen (vermute aber man braucht Google Earth noch, meine Firewall hatte zumindest gemeldet, dass das Google Earth Plugin aufs Internet zugreifen will). Man wählt dazu einfach eine der verfügbaren 3D-Städte, zoomt weiter rein bis man ein Gebäude zur Bearbeitung auswählen kann und clickt dann links oben Viewer. Schon kann man wie in Google Earth navigieren und sich alle 3D-Gebäude und -Städte anschauen, auch die außerhalb der markierten Städte. Das Ding hat das Potential die 3D-Revolution in den Online-Kartendiensten zu bringen.

Seine 3D-Modelle hat Google offensichtlich aus Vogelperspektive-Fotos erstellt (vgl. Bing Maps), wenn das mal nicht auch eine neue Funktion in Google-Maps und/oder Google Earth wird...

Montag, 5. Oktober 2009

Maximale Freundlichkeit mit optimaler Ineffizienz

Worum gehts? Na klar um Indien. Henryk M. Broder war dort und hat bei der Achse des Guten ein paar Erlebnisse nieder geschrieben, kurzweilig und amüsant.

Am Ende des Ganges
Am Ende des Ganges 2
Am Ende des Ganges 3
Am Ende des Ganges 4
Am Ende des Ganges 5
Am Ende des Ganges 6
Am Ende des Ganges 7

Freitag, 2. Oktober 2009

Anschauliches zur Zeitpräferenz

Worauf beruht unser Wohlstand? Wohl nicht darauf, dass unsere Vorfahren bis zur Besinnungslosigkeit konsumiert haben. Sie haben gespart und investiert. Verzicht ist die Basis unseres Wohlstand. Wir sind allerdings nur bereit heute zu verzichten wenn wir morgen mehr bekommen, also einen Zins erhalten. Wie hoch der Zins ist hängt von unserer Zeitpräferenz ab. Ist unsere Gegenwartspräferenz hoch muss man uns einen hohen Zins bieten, damit wir verzichten. Das folgende Video zeigt auf brüllend komische Weise wie Kinder mit unterschiedlichen Zeitpräferenzen auf diese Tatsache reagieren, anschaulicher als es jeder VWL-Professor in seiner Vorlesung könnte.


Oh, The Temptation from Steve V on Vimeo.

via freilich.ch